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Alt 10.08.2011, 22:08   #361 (Permalink)
spammemad
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Hallo Opfer,

willkommen im Forum.

Die Ventelos investieren in ihre aufmüpfigen Kunden wohl nicht gerne viel Arbeit. Die haben das dumme Geschwätz, das sie letztes Jahr verschickt hatten, noch zweimal um ein paar ebenso dumme und oberflächliche Textbausteine erweitert (http://forum.billiger-telefonieren.d...o-ventelo1.pdf - neuer vorletzter Absatz: 01011 und 010011(Ventelo)???? - noch ein weiterer Absatz: 01011 und 010011(Ventelo)????). Der Brief, den Du erhalten hast, ist mittlerweile Standard.

Schauen wir das Schreiben von den Ventelos doch noch einmal durch:

Deren Selbstdarstellung muss nicht kommentiert werden. Aber die vorgeblich wichtigen AGB. Die sind bei der vorliegenden Anfechtung nämlich vollkommen uninteressant. Was da eventuell drinsteht, oder auch nicht, ist hier belanglos. AGB können die Geltung des BGB nicht einschränken. Und man kann auf keinen Webseiten AGB oder Tarife einsehen, von deren Existenz man gar nichts ahnen konnte, weil man den Anbieter eigentlich auch nicht wählen wollte. Dass korrekt abgerechnet wurde und die Tarife rein theoretisch eingesehen werden konnten, ändert daran auch nichts.

Die Ventelos haben offenkundig eine sehr spezielle Vorstellung von Wettbewerb. Es gibt aber tatsächlich keine gesetzliche Vorschrift oder ungeschriebene Regel, dass alternative Anbieter immer billiger sein müssen als die Deutsche Telekom. Jeder darf nahezu beliebig teuer anbieten. Aber Marktwirtschaft bedeutet, dass bei einem teuren Angebot die Nachfrage ausbleibt. Niemand wählt bewusst eine teure Leistung, die jedoch keinerlei Mehrwert hat. Wettbewerb eben. Und nur darum geht es hier.

Alle Pflichten, die eigens mit Ventelos AGB bestimmt werden, sind hier vollkommen unbedeutend. Schon weil man gar keine Kenntnis von diesen AGB haben musste. Und der damals gültige Tarif ist auch egal. Man war hier ja nicht über den Tarif, sondern über den Anbieter im Irrtum.

Und dann das elende "haben wählen zu wollen". Erstens ist eine Tarifansage kein Leistungsmerkmal. Keine Leistung ist besser oder schlechter, wenn der Preis angegeben wird. Außerdem verirren sich die meisten Leute genau dann, wenn keine Hinweise vorhanden sind. Ein fehlender Hinweis ist eben kein Hinweis. Und schließlich steht es einem genauso frei, wenn keine Tarifansage erfolgt, trotzdem einfach weiter zu telefonieren.

Zusammenfassend ist das alles also nur geballter Schwachsinn, was die Ventelos da erwidern.

Darüber hinaus antworten die Ventelos in der Regel nur mit Textbausteinen. Anscheinend behaupten die vorsichtshalber immer, die Anfechtung sei nicht unmittelbar erfolgt (01011 und 010011(Ventelo)????). Die versuchen halt alles um dich zu verunsichern und zu einer Zahlung zu bewegen. Das gehört zu so einem Geschäftsmodell dazu.

Die werden dich nun, wenn Du weiterhin nicht zahlst, regelmäßig mit Drohmahndummfug beglücken. Ob Du denen antwortest oder nicht, ist dabei ziemlich egal. Die wollen ja eigentlich keine Briefe, sondern Zahlungseingänge. Also nicht verunsichern lassen, nicht zahlen.

Freundliche Grüße
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Alt 13.08.2011, 14:00   #362 (Permalink)
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Hallo Spammemad,

vielen lieben Dank für Deine ausführliche Info und dass Du Dir so viel Zeit genommen hast. Ohne diese Hilfe hier würde ich ganz schön im Regen stehen. Schön, dass es noch Menschen gibt, die einander weiterhelfen.

Werde also weder zurückschreiben noch zahlen. Bin mal gespannt was als Nächstes kommt. Werde Euch auf dem Laufenden halten.

Nochmals DANKE!

Viele Grüße
Opfer
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Alt 19.08.2011, 19:11   #363 (Permalink)
Lex
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Standard 01011

Hallo!

Auch ich bin jetzt im Club.Zum Glück gibt es das tolle Forum hier.
Laut aktuellen Einzelverbindungsnachweis verlangt Ventelo über 150,-Euro.
Meine Tochter nutzt call by call-Nummern für Telefonate von Festnetz zum Handy.So ist jetzt ersichtlich,dass sie über 70 Gespräche geführt hat.Gesprächsdauer egal.Jedes Gespräch wurde mit 1,5085 (Brutto) berechnet.
Bein nachlesen war immer nur von Auslandstelefonaten die Rede.Ist das jetzt eine neue Masche?
Nun,angerufen hat sie wohl,aber sicherlich nicht bzw. versehentlich die überteuerte Nummer.Was ist zu tun?Ähnlicher Widerspruch,wie hier schon mehrfach aufgezeigt?
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Alt 20.08.2011, 14:33   #364 (Permalink)
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Hallo, ich wollte mich auch mal wieder mit Neuigkeiten zurückmelden. Unser aktueller Stand ist: wir haben nun auf unsere beiden Widersprüche nach Paragraph 119 BGB diese standardisierten Briefe bekommen. Einmal, wie ich schon geschrieben hatte, die absolute Standardversion und beim 2.Mal -da haben wir von Ventelo fristgerecht binnen 2 Wochen nach Rechnungsstellung den EVN abgefordert und auch bekommen, allerdings dann wiederum den Widerspruch nach Paragraph 119 BGB erst ca. 3 Wochen nach Eingang der Rechnung, aber innerhalb von 2 Wochen nach Eingang des EVN abgeschickt (per Einschreiben). Bei diesem Widerspruch behauptet Ventelo natürlich nun, dass der Widerspruch nicht fristgerecht binnen 2 Wochen nach Rechnungsstellung eingegangen ist.
Nun meine Frage: 1.ignorieren? 2. reagieren-mit dem Verweis, dass man den EVN abwarten kann und dann 2 Wochen Zeit hat, Einspruch zu erheben? Was am Besten tun und wie formulieren?

Danke dir (ich hoffe mal, spammemad wird helfen )
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Alt 20.08.2011, 21:40   #365 (Permalink)
spammemad
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Hallo Lex!

Fragen wie "Was ist zu tun?" o.ä. können hier wegen dem RDG leider nicht beantwortet werden.

Außerdem geht es in diesem Thread nur um die 01011 von den Ventelos. Mit der 01011 kosten Gespräche in die D- oder E-Netze allerdings immer mindestens 1,975 Euro (35,9 ct * 5 min). Welche Kennzahl hat denn die Tochter gewählt? Und warum?

Freundliche Grüße
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Alt 20.08.2011, 22:36   #366 (Permalink)
spammemad
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Hallo Sophia,

solche Fragen
Zitat:
Zitat von Sophia Beitrag anzeigen
Nun meine Frage: 1.ignorieren? 2. reagieren-mit dem Verweis, dass man den EVN abwarten kann und dann 2 Wochen Zeit hat, Einspruch zu erheben? Was am Besten tun und wie formulieren?
dürfen in Foren nicht beantwortet werden. Du musst selbst entscheiden, was für Dich das Beste sein wird.

Grundsätzlich versuchen die Ventelos in solchen Fällen immer alles, um verunsicherte oder schlecht informierte Verbraucher doch noch zu einer Zahlung zu bewegen. Wer so ein Geschäftsmodell erfolgreich betreiben will, darf auch in anderen Bereichen nur geringe Skrupel haben. Das sollte immer berücksichtigt werden, wenn man die Behauptungen von den Ventelos richtig einschätzen will.

Es ist auch bekanntlich zwecklos, Brieffreundschaften mit Abzockern zu pflegen. Die wollen nur Geld - und keinen Meinungsaustausch. Das ist so ähnlich wie mit ganz kleinen Kindern - großartige Diskussionen bringen einfach nichts. Besser: Gibbet nich, basta.

Die Ventelos werden außerdem wohl auch genau wissen, dass sie ihre 01011-Forderungen sowieso nur schwerlich einklagen können. Und nach einer Anfechtung "ohne schuldhaftes Zögern" voraussichtlich gar nicht. Aber wenn die so tun, als ob doch, werden vielleicht ein paar Leute doch noch bezahlen. Und denen würde ja schon einer reichen, damit sich das billige dumme Geschwätz aus Textbausteinen lohnt.

Wenn Du nicht zahlst, treten die halt ihren Drohmahndummfug los. Bis zum Mahnbescheid. Egal, ob Du denen eine Erklärung lieferst. Die wollen nämlich keine Erklärungen, sondern Zahlungseingänge. Aber das sollen sie ruhig. Sind ja dann deren Kosten. Und wirklich Klage erheben trauen die sich ja auch nicht. Leider.

Freundliche Grüße

Geändert von spammemad (20.08.2011 um 22:51 Uhr)
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Alt 21.08.2011, 13:47   #367 (Permalink)
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Standard Hallo @Jimbaflo, Hallo Freunde der Ventelo.

Zitat:
Zitat von jimbaflo Beitrag anzeigen
Hallo,

wir haben heute einen Mahnbescheid vom Amtsgericht Euskirchen bekommen. Schicken direkt den Widerspruch los.
Hat jemand schon weitergehende Erfahrungen sammeln können?

Gruss

jimbaflo

Ich dachte schon, ich wäre der Einzige mit einem Mahnbescheid in Sachen Ventelo. Habe ihn Freitag bekommen und morgen wird er zurück ans Amtsgericht Euskirchen geschickt.

Viel zu verlieren habe ich ja nun nicht mehr nachdem sich die Forderung von ehemals 193 € auf jetzt fast 380 verdoppelt hat.

Ich hoffe inständig, ich tue hier das Richtige und stehe nicht in wenigen Monaten mit einer gerichtlichen 500 €-Forderung da.

Ich wünsche allen Opfern angenehme Träume. Ich habe z.Z. eher unruhige Nächte wegen diesem Mist.

Dank besonders an Spammemad für seine moralische Unterstützung, auch wenns eventuell schief ausgehen sollte.

MfG
Andrew
Andrews43 ist offline   Mit Zitat antworten An Facebook senden
Alt 22.08.2011, 10:50   #368 (Permalink)
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Hallo spammemad!

Nun,sie hat über ZDF-Videotext aktuelle call by call-Nummern gesucht.Zu dem Zeitpunkt war wohl 01011 besonders günstig.Dann hat sie über einen längeren Zeitraum (bis jetzt zum Erhalt der Online-Rechnung) auch diese Nummer vorgewählt.
Zwischendurch macht Ventelo wohl Lockangebote.So hat ein Gespräch am 20.7 nur 0,0074 c/min (statt 1,5085 Euro/min) gekostet.
Ist das jetzt eigene Dummheit,weil man nicht stündlich und täglich die Kosten verglichen hat?
Danke!
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Alt 22.08.2011, 11:15   #369 (Permalink)
spammemad
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Zitat:
Zitat von Andrews43 Beitrag anzeigen
Ich habe z.Z. eher unruhige Nächte wegen diesem Mist.
Hallo Andrew,

das ist auch das Kalkül von den Ventelos und der ganzen Nutzlosbranche. Wenn einer von zehn Leuten doch noch zahlt, hat sich der Drohmahndummfug gelohnt. Und dann bleibt auch noch genug übrig, um die nächsten zwanzig zu terrorisieren.

Allen Betroffenen kann ich dazu folgende Nachtlektüre empfehlen:
identitaetsirrtum - Google-Suche
adiuvo rechtsanwaelte - Google-Suche

Wer ein wenig Mut (oder auch Wut) gesammelt hat, kann denen auch mal - gewissermaßen als Ausgleich - unruhige Nächte bereiten. Der Mahnbescheid macht's möglich. Wenn man dem Mahnbescheid widersprochen hat (der Widerspruch ist Voraussetzung für das streitige Verfahren), reicht ein Brief an das Mahngericht in Euskirchen: Man muss nur selbst die Durchführung des streitigen Verfahrens beantragen. Das darf nämlich jede der Parteien (§ 696 ZPO Verfahren nach Widerspruch). Und Abzocker rechnen in aller Regel nicht damit, dass deren Gegner diesen Schritt machen. Denn die Antragsgegner wollen bei allen berechtigten Forderungen (= normalerweise) natürlich lieber erst gar kein Gerichtsverfahren. Denn niemand strebt Gerichtsverfahren an, von denen er weiß, dass er sie nicht gewinnen kann.

Hier ist es allerdings umgekehrt. Die Ventelos und die Adiuvos wollen tatsächlich gar keinen Gerichtsprozess. Die wollen mit dem Mahnbescheid nur verunsichern. Das kann man schon im Antrag auf Erlass eines Mahnbescheids, Seite 2 -> http://www.justiz.nrw.de/JM/online_v...e_2_muster.jpg -> Zeile 45 ganz rechts erkennen: [ ] Im Falle eines Widerspruchs beantrage ich die Durchführung des streitigen Verfahrens.

Bei seriösen Forderungen wird das angekreuzt, dadurch erspart man sich einen weiteren Antrag. Nach einem Widerspruch wird dann automatisch sofort ins streitige Verfahren übergeleitet. Das macht man natürlich nur dann, wenn man sich sicher ist, dass man seine Forderung auch gerichtlich durchsetzen kann. Aber die Adiuvos betteln lieber, dass man seinen Widerspruch zurücknehmen solle. Deutlicher geht es fast nicht mehr: Die wollen in Wirklichkeit gar keinen Gerichtsprozess.

Denn dann müssen die dem Gericht ja auch eine Anspruchsbegründung einreichen - für den Mahnbescheid war das nicht notwendig. Wenn die Anspruchsbegründung nicht rechtzeitig bei dem zuständigen Amtsgericht eingeht, kann man (und das sollte man dann auch) einen Termin zur mündlichen Verhandlung beantragen. Dann würde den Adiuvos eine neue Frist zur Abgabe der Anspruchsbegründung gesetzt (§ 697 ZPO Einleitung des Streitverfahrens). Und wenn die Frist auch nicht eingehalten wird, kann ein Versäumnisurteil ergehen (= Ventelo verliert).

Eine ordentliche Anspruchsbegründung macht denen aber Arbeit. Und besonders für die pauschal bezahlten Berufsstände ist das natürlich eine Spaßbremse. Hier noch einmal verschärft durch einen geringen Streitwert. Und höhere Gerichtskosten. Für ein Gerichtsverfahren, von dem die wissen, dass sie es mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nur verlieren können. Wenn deren Klage nicht gleich abgewiesen wird.

Aber obwohl ich die Adiuvos für, sagen wir mal, nicht so toll halte, glaube ich nicht, dass die sich gerne von einem Amtsgericht abwatschen lassen. Also werden die dann wohl versuchen zu tricksen und betteln und quengeln. Egal, sollen sie ruhig. In jedem Fall können die sich dann aber nicht mehr zurücklehnen und abwarten (ob doch noch irgendein Trottel bezahlt), sondern müssen umgehend reagieren. Oder es ergeht irgendwann ein Versäumnisurteil. Gegen Ventelo. Was ich auch nicht schlecht fände. Und ein ordentliches Gerichtsverfahren wollen die ja sowieso nicht. Weil die das ja eigentlich auch nicht gewinnen können. Damit hätten die nur Arbeit und Aufwand und Ventelos Geschäftsmodell wäre anschließend wahrscheinlich beschädigt. Schöne Zwickmühle.

Der Antrag birgt für die Betroffenen nur geringe, überschaubare Risiken:
- Gerichtskosten können vorab vom Antragsteller gefordert werden. Die werden aber meistens vom Mahnantragsteller gefordert. Außerdem bekommt man die dann zurück, wenn man gewinnt. Was hier ja sehr wahrscheinlich ist.
- Das "angedrohte" Gerichtsverfahren findet eventuell tatsächlich statt. Wenn man den Antrag auf Durchführung des streitigen Verfahrens gleich mit der Anfechtung begründet und Kopien der Schreiben beifügt, wird die Klage aber vermutlich sofort abgewiesen werden. Für lächerliche Klagen wollen die meisten Richter keine Zeit verschwenden.
- Es ist zwar sehr unwahrscheinlich, aber trotzdem möglich, dass ein Zivilprozess tatsächlich stattfindet und man den verliert. Allerdings wäre das wohl auch nicht großartig teurer, weil dann die Inkassokosten ziemlich sicher wegfallen würden. Die sind in so einem Fall nach der ständigen Rechtsprechung nämlich nicht erstattungsfähig.

Dieser Beitrag ist nur eine allgemeine Information und keine Handlungsanweisung! Entscheiden muss jeder für sich selbst.

Freundliche Grüße

Geändert von spammemad (22.08.2011 um 11:49 Uhr)
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Alt 22.08.2011, 11:25   #370 (Permalink)
spammemad
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Für alle, die selbst die Durchführung des streitigen Verfahrens beantragen wollen, hier ein entsprechendes Musterschreiben. Es müssen natürlich noch die jeweils entsprechenden Daten eingesetzt werden und Nichtzutreffendes sollte jeweils gestrichen werden. Es sind auch ganz andere Formulierungen möglich. Der Antrag kann auch ohne jede Begründung gestellt werden, das ist ein Frage der Strategie. Ich würde den zuständigen Richter allerdings gleich ins Bild setzen. Wer einen guten Anwalt kennt, kann selbstverständlich auch den bitten, diesen Antrag zu stellen (höhere Kosten, voraussichtlich aber für die Ventelos). Es ist grundsätzlich empfehlenswert, sich hierzu mit rechtskundigen Personen zu beraten. Wer hier unsicher ist oder den Verfahrensablauf nicht verstanden hat, sollte dieses Musterschreiben besser vergessen und solche Anträge erst gar nicht stellen.

[EIGENER NAME]
[ANSCHRIFT]
[PLZ ORT]

Amtsgericht Euskirchen
Zentrale Mahnabteilung (ZEMA II)
Kölner Str. 40-42
53878 Euskirchen

[DATUM]

Mahnsache Ventelo GmbH gegen [EIGENER NAME], Mahnbescheid vom [DATUM], Geschäftsnummer des Amtsgerichts [12-3456789-0-1], Antrag auf Durchführung des streitigen Verfahrens



Sehr geehrte Damen und Herren,

in der Mahnsache Ventelo GmbH gegen [EIGENER NAME], Mahnbescheid vom [DATUM], Geschäftsnummer des Amtsgerichts [12-3456789-0-1], beantrage ich hiermit die Durchführung des streitigen Verfahrens nach § 696 ZPO.

Die Ventelo GmbH fordert eine Gegenleistung für ihre Dienstleistungen, die zugrunde liegenden Verträge habe ich aber mit Schreiben vom [DATUM] nach § 119 BGB angefochten. Meines Erachtens ist die Anfechtung ohne schuldhaftes Zögern und auch berechtigt erfolgt. Die Ventelo GmbH will diese Anfechtung allerdings nicht anerkennen und beharrt auf ihrer Forderung. Kopien dieser Schreiben sind beigefügt.

Die Kennzahl 01011 der Ventelo GmbH wird nicht beworben und von keinem Vergleichsportal gelistet. Das verwundert nicht, denn es wäre ja auch sinnlos, die Call-by-Call-Kennzahl mit den höchsten Tarifen anzupreisen. Man kann mit der Wahl einer exorbitant teuren CbC-Kennzahl auch nicht protzen - CbC ist im Gegensatz zu teuren Uhren, Kleidung oder Autos für publikumswirksame Vorführen nicht geeignet. Die 01011 hat keinen Mehrwert, der sich werblich hervorheben lässt.

Darum kennen die meisten Verbraucher diese CbC-Kennzahl 01011 nicht. Man erfährt in der Regel erst mit einer horrenden Rechnung von deren Vorhandensein. Und wer von ihr weiß, würde sie keinesfalls wählen. Die Ventelo GmbH betreibt mit dieser Kennzahl ein fragwürdiges Geschäftsmodell, die sieht das naturgemäß anders.

Zu der Erwiderung der Ventelo GmbH vom [DATUM] möchte ich noch folgendes anmerken:

Man kann auf keinen Webseiten AGB oder Tarife einsehen, von deren Existenz man gar nichts ahnen konnte, weil man den Anbieter eigentlich auch nicht wählen wollte. Dass korrekt abgerechnet wurde und die Tarife rein theoretisch eingesehen werden konnten, ändert daran auch nichts.

Es gibt zweifellos keine gesetzliche Vorschrift oder ungeschriebene Regel, dass alternative Anbieter immer billiger sein müssen als die Deutsche Telekom. Jeder darf nahezu beliebig teuer anbieten. Aber Marktwirtschaft bedeutet, dass bei einem teuren Angebot die Nachfrage ausbleibt. Niemand wählt bewusst eine teure Leistung, die jedoch keinerlei Mehrwert hat. Wettbewerb eben. Und darum wollte ich die Kennzahl 01011 (alle Auslandsziele 199 ct/min) keinesfalls bewusst und willentlich wählen.

Von Ventelos AGB konnte ich, wie schon ausgeführt, gar keine Kenntnis haben. Und der damals gültige Tarif ist auch unbedeutend. Ich war hier ja nicht über den Tarif, sondern über den Anbieter im Irrtum.

Die fehlende Tarifansage ist kein eindeutiger Hinweis. Vor ca. zwei Jahren wurde bei der Kennzahl 01056 die Tarifansage abgeschaltet und anschließend wurden die Tarife bis auf das 200-fache erhöht. Millionen durchschnittlich informierte, aufmerksame und verständige Durchschnittsverbraucher sind dieser Abzocke zum Opfer gefallen. Das können zahlreiche Presseberichte belegen. Eine fehlende Ansage ist also offenkundig kein bedeutsamer Hinweis. Und es steht mir genauso frei, einfach weiter zu telefonieren, wenn keine Tarifansage erfolgt.

Die Anfechtung ist entgegen der Behauptung der Ventelo GmbH ohne schuldhaftes Zögern erfolgt.
Ich musste mich erst mit einem Rechtskundigen beraten und mein weiteres Vorgehen überdenken. Ich habe darum erst wenige Tage nach der Rechnungserstellung anfechten können.
[Nichtzutreffendes streichen:] In der Telekom-Rechnung wird zu dem strittigen Betrag nur die Ventelo GmbH, aber nicht die Kennzahl aufgeführt. Ich habe erst einen Einzelverbindungsnachweis anfordern müssen und erst nach Erhalt dieses EVN Kenntnis von meinem Irrtum erlangen können. Ich habe darum erst wenige Tage nach der Rechnungserstellung anfechten können.
Online-Rechnungen lese ich erst dann, wenn mir auf meinem Kontoauszug ungewöhnlich hohe Beträge auffallen. Ich habe darum erst wenige Tage nach der Rechnungserstellung anfechten können.
Ich war im Ausland im Urlaub, als die Rechnung erstellt wurde. Ich habe darum erst wenige Tage nach der Rechnungserstellung anfechten können.



Mit freundlichen Grüßen

[NAME]

Anlagen:
Mein Schreiben an die Ventelo GmbH vom [DATUM]
Erwiderung der Ventelo GmbH vom [DATUM]
Evtl.: Einzelverbindungsnachweis vom [DATUM]
Evtl.: Kontoauszug vom [DATUM]
Evtl.: Hotelrechnung (oder ähnliches) vom [DATUM]

Geändert von spammemad (22.08.2011 um 20:30 Uhr)
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