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Alt 14.03.2011, 14:17   #51 (Permalink)
spammemad
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Hallo holderbusch,

der hier vorliegende vielfach ungewöhnliche Sachverhalt kann nicht ohne weiteres auf zwei Kernfragen reduziert werden.

Zu 1.): Jedermann darf jederzeit irgendein Inkassobüro mit der Beitreibung von beliebigen Forderungen beauftragen. Da gibt es erst einmal keine Einschränkungen. Die seriösen Inkassobüros nehmen allerdings nicht jeden Auftrag an.

2.) enthält mehrere Fragen. Die Fragen kann man nicht pauschal beantworten. Und die führen in die falsche Richtung.

Es hängt von der erbrachten Leistung ab, wann eine vereinbarte Gegenleistung fällig ist. Einige Forderungen (sogenannte Dauerschuldverhältnisse, z.B. Miete, Abonnements, etc.) sind automatisch regelmäßig fällig, Rechnungen oder Zahlungserinnerungen sind dafür nicht erforderlich. Werklohn (für eine Reparatur oder eine Neuanfertigung) ist mit der Abnahme fällig - eine Rechnung ist für den Anspruch formaljuristisch nicht erforderlich. Für Waren entsteht mit der Übergabe und der Verschaffung des Eigentums ein Anspruch. Die Fälligkeit ist auch ohne Rechnung gegeben.

Die meisten Forderungen müssen also gar nicht (mit einer Rechnung oder Zahlungsaufstellung) geltend gemacht werden - die Frage, ob Inkassounternehmen die Forderung geltend machen können, stellt sich eigentlich gar nicht. Die Forderung gilt sowieso.

Interessant wird es dann aber durch mögliche Einreden. Anbieter von Telekommunikationsdiensten müssen gemäß TKG eine Abrechnung erstellen, die innerhalb einer Frist von mindestens acht Wochen nach Zugang beanstandet werden kann. Ohne Rechnung ist keine Beanstandung möglich. Zu dieser Leistung "Rechnung erstellen" ist darum jeder Anbieter verpflichtet. Diese Leistung ist auch nicht geringfügig. Darum könnte man sich hier auf § 320 BGB berufen: "Wer aus einem gegenseitigen Vertrag verpflichtet ist, kann die ihm obliegende Leistung bis zur Bewirkung der Gegenleistung verweigern, es sei denn, dass er vorzuleisten verpflichtet ist."

Eine Leistungsklage der 010023 GmbH müsste dann an so einer Einrede scheitern. Denkbar wäre auch noch noch - allgemeiner gefasst - ein Zurückbehaltungsrecht nach § 273 BGB geltend zu machen.

Also ist die Forderung letztendlich ohne Rechnung doch nicht fällig und in Verzug kann man darum natürlich auch nicht geraten sein. Inkassounternehmen sind hier vollkommen egal.

FG
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Alt 17.03.2011, 05:34   #52 (Permalink)
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Standard 010023

Habe auch, wenn ich das hier alles so richtig verstanden habe, eine also berechtigte Forderung der 10023GmbH erhalten (90Euro für 50min USA-Festnetz!). Telefoniert habe ich. Wahrscheinlich eine 0 zuviel gewählt Anstatt 01023 die 010023. Sonst wäre ich nie auf die Idee gekommen, bei 1,79€/min diese Vorwahl zu wählen, da ich mich immer vorher bei Billiger-telefonieren informiere.
Aber egal.
Diese Forderung habe ich bei der Telekom zuerst einmal nicht bezahlt. Aber anstatt eine Zahlungsaufforderung der 010023GmbH kam direkt ein Schreiben der DTMI mit 28,75€ Inkassogebühren.
Das ist alles so rechtens?
Wie soll ich Vorgehen?
Komplett zahlen?
Über eine Antwort wäre ich sehr dankbar.
timmy41 ist offline   Mit Zitat antworten An Facebook senden
Alt 17.03.2011, 12:59   #53 (Permalink)
spammemad
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Zitat:
Zitat von timmy41 Beitrag anzeigen
Habe auch, wenn ich das hier alles so richtig verstanden habe, eine also berechtigte Forderung der 10023GmbH erhalten
Hallo timmy,

ob die Forderung berechtigt ist oder nicht, kann man so schnell wohl nicht feststellen.

Zitat:
(90Euro für 50min USA-Festnetz!).
Das entspricht dem unverschämten Tarif. Da könnte man schon fast billiger hin fliegen ...

Zitat:
Wahrscheinlich eine 0 zuviel gewählt Anstatt 01023 die 010023.
Die 01023 ist von Versatel. Vorsichtig ausgedrückt ist das eine mäßig interessante Betreiberkennzahl. Vielfach wird die darum gar nicht gelistet. Diese Verwechselung ist ziemlich unwahrscheinlich.

Zitat:
Sonst wäre ich nie auf die Idee gekommen, bei 1,79€/min diese Vorwahl zu wählen
Kein halbwegs vernünftiger Mensch würde je auf die Idee kommen, für 1,79 Euro pro Minute in die USA zu telefonieren. Aber Versatel ist auch nicht wirklich günstig (9,4 ct/min).

Zitat:
Das ist alles so rechtens?
Ja, der by-Call-Sumpf, wo die Kunden nur angelockt werden, damit deren Vertrauen missbraucht werden kann, ist vom Gesetzgeber so abgesegnet. Nach offizieller Lesart besteht da ja kein großes Missbrauchspotenzial. Wer das nicht schon selbst erfahren hat, kann meist gar nicht glauben, dass so eine Abzockerei möglich ist.

Zitat:
Wie soll ich Vorgehen?
Darauf kann hier nicht geantwortet werden, weil der Gesetzgeber allerdings meint, die Bürger vor unqualifizierten Rechtsdienstleistungen schützen zu müssen (Rechtsdienstleistungsgesetz). Aber ich kann ganz allgemein empfehlen, hier im Forum zu lesen.

Zitat:
Komplett zahlen?
Wächst das Geld an Bäumen?

FG
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Alt 19.03.2011, 12:18   #54 (Permalink)
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Hallo timmy41. Wollte abwarten, welche tollen Ratschläge Du zunächst bekommst.

Zitat:
Zitat von timmy41 Beitrag anzeigen
Habe auch, wenn ich das hier alles so richtig verstanden habe, eine also berechtigte Forderung der 10023GmbH erhalten.
Ob Du die Forderung der Telekommunikationskosten der 010023 GmbH für berechtigt hältst, ist alleine Deine Entscheidung. Dabei geht es zunächst nicht um die Höhe der Forderung, sondern darum, ob die Forderung dem Grunde nach berechtigt ist. Wenn Du das Gespräch über 010023 wirklich geführt hast, wie würdest Du die Rechtslage beurteilen und Deine Aussichten im Falle eines Rechtsstreites? Wenn Du Gründe hast, die Forderung nach § 45i Telekommunikationsgesetz zu beanstanden, dann würde ich das innerhalb der gesetzlichen Frist tun – und nicht zahlen. Ist das maßgebliche Gespräche wirklich geführt worden, wie willst Du argumentieren, dass die Forderung dem Grunde nach nicht berechtigt ist? Mich würde diese „Abzocke“ auch ärgern, aber in unserem Rechtsstaat können solche Dinge eben ungestraft versucht werden.

Wenn Du das maßgebliche Gespräch geführt hast, wie willst Du argumentieren, dass die geforderten Kosten, zunächst dem Grunde nach, und dann der Höhe nach, nicht gerechtfertigt sind?
holderbusch ist offline   Mit Zitat antworten An Facebook senden
Alt 21.03.2011, 12:14   #55 (Permalink)
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Standard 010023 GmbH

Hallo Timmy41!

War bei der in der Telekomrechnung denn gleich als Rechnungsaussteller die 010023 GmbH aufgeführt oder noch die Dial 023 GmbH?
Renofa ist offline   Mit Zitat antworten An Facebook senden
Alt 22.03.2011, 16:10   #56 (Permalink)
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Standard Mal laut gedacht

Nur mal so laut und öffentlich nachgedacht:

Die "Wohltäter" der TK-Branche nutzen den gesetzlichen Spielraum voll aus - der Gesetzgeber sieht keinen Handlungsbedarf zum Schutz der Verbraucher.

Machen wir es doch genau so:

Einen Prüfbericht nach § 45i Telekommunikationsgesetz anfordern und abwarten.

Nach meinem Kenntnisstand wurde noch keine echte Prüfung nach den Anforderungen des TKG durchgeführt, da nicht wirklich klar ist, wie diese Prüfung auszusehen hat.
Klar ist nur, dass das, was bisher als "PRÜFBERICHT" vorgelegt wurde keineswegs die Anforderungen erfüllt - und deshalb vor (den wenigen) Gerichten zerissen wurde.

Bedeutet: Beweislastumkehr !!!
Der Anbieter (im Volksmund auch ABZOCKER genannt) kann nicht beweisen, dass das Gespräch (oder die Gespräche) tatsächlich geführt wurde.

Forderung dem Grunde nach NICHT berechtigt.

Und schon muss man sich über die Berechtigung der Forderungshöhe keine Gedanken mehr machen.....

BT hat's geschaft: Ich bin raus!
http://forum.billiger-telefonieren.de/telefonanbieter/388-01057-abzocke-8.html#post9998
Es wird keine öffentlichen Beiträge von mir mehr geben.
Laufende "Verfahren" "betreue" ich gerne noch über die Email-Funktion.
Alles Gute
Peter
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Alt 05.04.2011, 21:57   #57 (Permalink)
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Standard 010023

Hallo spammemad,

zuerst möchte ich mich bei dir recht herzlich für die sehr ausführliche Antwort bedanken. Ich hatte viele Probleme in den letzten Monaten, deswegen konnte ich bei diesem Forum nicht gleich weiter schreiben. Ich war oft in Krankenhaus und dann mein Pc ist total kaputt.

Inzwischen hat die Firma 010023 mir geschrieben und im Brief gesagt, dass Sie schauern werden, ob ich am 24.12.2010 Ihre Nummer angewählt hatte. Danach hatte Deutsche Telemedien Inkasso, so einen Herr Fischer mir die Einzelverbindungsnachweis und die dritte Mahnung zugeschickt. Die Zeit, in der ich telefoniert habe, beträgt 54,40 Minuten. Es kostete 98,45 Euro. Erste Inkasso-Mahnung insgesamt: 135,48. und zweite. Inkasso-Mahnung ist 154,70 Euro.

Eine konnte ich von der ganze Sache nicht verstehen, wie ich bloß an diese Nummer gewählt hatte ? Obwohl (wie du mir mitgeteilt hast) diese Nummer bei Billiger-Telephonieren.de seit einem Jahr nicht mehr auf der Liste geführt hat. Und selbst, wenn ich sogar die Zeile von der Reihe der Nummerns von der Liste verwählt habe, würde es bestimmt nicht so teuer raus kommen wie diese Rechnungen,

Nach deinem Rat habe ich schriftlich bei Telekom über genaue Nummer, die von meinem Telefonapparat an diesem Tag gewählt wurde und die Dauer des Gespräches, angefragt. Die Antwort von Telekomseite war sehr nüchtern und leider nicht genauer auf meine Frage auf die Nummer, die ich an diesem Tag gewählt habe.. Begründung: Da ich die "10 er Nummer" am Anfang gewählt habe, deswegen hatte Telekom keinen Einfluss auf diese Nummer und wie die Rechnung berechnet wurde. ich sollte am Besten an dem Proweider erkundigen usw.

Ich hatte auch die DTMI nach dem Grund warum ich eine Mahnung bekommen habe. Obwohl ich nach Erhalt die Telekom Rechnung innerhalb von 2 Wochen Widerspruch an DIAL 023 GmbH geschrieben habe. Vielleicht bekomme ich eine Antwort aber vielleicht auch nicht.

Ich würde so gerne wissen, wo die Ursache ist. Das Ganze ist für mich ein Rätsel.

Grüße
Phuc
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Alt 06.04.2011, 19:52   #58 (Permalink)
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Zitat:
Zitat von Phuc Beitrag anzeigen
Ich würde so gerne wissen, wo die Ursache ist. Das Ganze ist für mich ein Rätsel.
Hallo Phuc,

Habgier wird von der Rechtswissenschaft als "rücksichtsloses Streben nach Gewinn um jeden Preis" definiert. (Habgier ? Wikipedia)

Die Ursache ist wohl schlicht Gier.

Freundliche Grüße
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Alt 21.04.2011, 00:00   #59 (Permalink)
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Standard Dial 023 - 010023 Abzocke

Hallo,
auch ich habe Probleme mit der Deutschen Telemedia Inkasso gmbH. (DTMI )
Im August 2010 tauchte ein Posten von 5,87 Euro von 01018 gmbH als Fremdanbieter auf der t-com-Rechnung auf, für Inanspruchnahme von deren Auskunft. ( keine Ahnung ob zu recht oder nicht )
Ich bin schwer krank und oft und lange im Krankenhaus gewesen. Die t-com Rechnung hat meine Frau bezahlt, aber leider vergessen, die 5,87 Euro an die 01018 gmbH zu überweisen.
Wir haben das schlicht vergessen. Im Oktober kam eine Mahnung von der DTMI. Incl. der 5, 87 Euro sollten wir nun über 32, 00 Euro bezahlen.
Weil ich schon wieder im Krankenhaus lag und hier einige andere Probleme mein Frau in Beschlag nahmen, hatte sie die Mahnung verlegt und vergessen.
Die haben wir erst im März 2011 wieder gefunden und die ca, 32,- Euro mit dem original- Überweisungsvordruck überwiesen. ( es erfolgte bis dahin auch keine neue Mahnung ).
Heute erhielt ich ein Schreiben der DTMI wonach sie behaupten uns bereits schriftlich darauf aufmerksam gemacht zu haben, dass die Gesammtforderung mit unserer Überweisung nicht vollständig ausgeglichen wäre. ( haben wir nicht bekommen! ) nun fordern sie sie weitere 34,08 Euro plus 6,50 neuer Gebühren, insges. also nochmals 40,58 Euro.

Ich finde das wirklich happig : Wir sollen also über 70 Euro für eine offene Rechnung von 5,87 Euro berappen ?.

Selbst wenn wir davon ausgehen, dass die urspünglichen 5,87 Euro für eine Auskunft viel zu spät überwiesen wurden, dürfte das doch etwas überzogen sein.
Schließlich haben wir ja bereits über 32,- Euro gezahlt, die für die rückständige Rechnung (5,87 E) und die Mahngebühren gefordert wurden.

Was kann man da machen ? Hat jemand einen Tip ?
Schwarzfuss ist offline   Mit Zitat antworten An Facebook senden
Alt 21.04.2011, 08:49   #60 (Permalink)
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Zitat:
Zitat von Schwarzfuss Beitrag anzeigen
Was kann man da machen ? Hat jemand einen Tip ?
Hallo Schwarzfuss,

kurz gesagt: Nicht einschüchtern lassen, nicht bezahlen.

Die Nutzlosbranche lebt allein von den ängstlichen und dummen Leuten. Wer bereits einmal so blöde war zu zahlen, wird wahrscheinlich auch noch mehr zahlen - das ist wohl das Kalkül für jede weitere Zahlungsaufforderung.

Bisher sind fast alle Klagen von Inkassounternehmen mit schöner Regelmäßigkeit gescheitert. Hier müssten die Abzocker nachweisen, dass eine weitere Mahnung tatsächlich zugegangen ist (nahezu unmöglich) und obendrein ihre phantastischen vermeintlichen Kosten belegen (auch nahezu unmöglich). Also werden die hier wohl auch keine Klage einreichen. Einfach weil die Geld einnehmen wollen, anstatt Geld für aussichtlose Prozesse zu versenken.

Vernünftige Auseinandersetzungen sind mit solchen Unternehmen erfahrungsgemäß nicht möglich. Das ist in deren Geschäftsmodell wohl gar nicht vorgesehen. Man kann sich also jedes weitere Schreiben sparen - oder man kann besser mit seinen Blumen diskutieren.

Also einfach alle weiteren Mahnungen und Zahlungsaufforderungen ignorieren: knicken, lochen und abheften oder gleich entsorgen. Davon wird es noch eine ganze Menge geben. Wenn dazu ein gerichtlicher Mahnbescheid zugestellt werden sollte, kann dem einfach auf dem beigefügten roten Formblatt widersprochen werden. Allerdings ist das sehr unwahrscheinlich, weil ein Mahnbescheid die Abzocker vorab 23 Euro Gebühren kosten würde.

Im Internet gibt es tausende Berichte von ähnlichen Vorfällen. Einfach mal eine Suchmaschine bemühen. Der ganze Drohmahndummfug ist nur dummes Geschwätz.

Freundliche Grüße
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